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Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bitz

Nach dem Großbrand 1844 in Ebingen, wobei 93 Gebäude eingeäschert wurden, berichtet die Chronik von verschiedenen Feuersbrünsten in dem kleinen Albdorf Bitz: So 1852 bei Simon Treuz und 1874 bei Dreher Schneider.

1870 wurde die Anschaffung einer neuen Spritze in Anbetracht der Zeitumstände und der starken Belastung durch das neue Schulgesetz abgelehnt, aber am 7. Juli 1874 schließlich doch beschlossen und am 12. November auch der Bildung einer Feuerwehrgruppe von 6 Steigern zugestimmt. Schon am 2. Juli 1875 erfolgte die Verstärkung auf 22 Mann.

Diese Mannschaft mit recht bescheidener Ausrüstung hatte sich 1884 bei dem Brand von zwei Häusern auf dem "Rain", 1889 beim "Hasen" und 1900 beim Bauern Stauß bestens bewährt.

Am 28. Februar 1900 wurde die Anschaffung einer neuen Spritze und weiterer Geräte beschlossen.

Wesentliche Grundlage für die Einsatzfähigkeit und das Leistungsvermögen der Feuerwehr ist das Dargebot an Wasser und die Sicherstellung der konstanten Wasserversorgung. Die Wasserversorgung in unserer Gemeinde erfolgte über Jahrhunderte hinweg durch Niederschlags- und Brunnenwasser. Diese unzulängliche Versorgungssituation veranlaßte den Gemeinderat im Jahre 1898, zusammen mit den Gemeinden Hermannsdorf , Neuweiler und Freudenweiler die ergiebige Quelle im Weilertal (Gemarkung Tailfingen) zu nutzen.

Die Gemeinde erwarb dieses Recht mittels Abtretungsvertrag mit der Gemeinde Tailfingen. Dem folgten die Baumaßnahmen inform der Pumpstation im Tal, der Verlegung der Rohrleitungen, des Wasserreservoirs auf der Höhe und schleißlich der Hochdruckwasserleitung. Die Inbetriebnahme der Wasserleitung am 30. November 1899 war für die Gemeinde Anlaß für ein großes "Wasserfest".

Der 1. Weltkrieg riß in die junge Bitzer Wehr schmerzliche Lücken. Erst nach der Inflationszeit und dem Brand bei Anton Acker in Freudenweiler 1926 bekam das Bitzer Feuerlöschwesen neune Auftrieb. Über die bisherige Kennzeichnung der Wehrmänner mittels einer Armbinde hinaus genehmigte der Gemeinderat zur neuen Anschaffung die erste Uniformierung der Hydantenmannschaft. Erstmals 1924 wurde die Erhebung einer Feuerwehrabgabe mit 1-20 GM erwähnt.

Unter dem rührigen Kommandanten Erwin Rehfuß hatte die Wehr 1928 eine Stärke von 78 Mann. Sie war in 4 Züge gegliedert. Im 4. Zug war eine Sanitätsmannschaft eingeteilt.

Das Rapportbuch gibt Zeugnis von einer Vielzahl abgehaltener Einzel- und Gesamtübungen, von Instrukionen und Visitationen durch den Balinger Feuerlöschinspetor Heinz. Zum vielseitigen Ausbildungsplan gehörten auch regelmäßige Marschübungen, oft mit kompletter Ausstattung.

1930 war wieder Ernstfall: Der Blitz verursachte im Wohn- und Ökonomiegebäude des Conrad Beck einen Brand. 1931 erneuter Brandfall bei Heinrich Maute, Auchtenstr. 1. 1932 Alarmierung der Wehr durch Kirchenglocken und Fabriksirene zur Hauptübung ohne vorherige Bekanntmachung. Der Angriff galt dem "Armenhaus".

Es war der heilige Abend 1932 - Ein Großfeuer vernichtete in der Kirchstr: ein Doppelhaus, zwei Wöhnhäuser mit Ökonomiegebäude und eine Scheune. Da das Feuer im ältesten Ortsteil mit eng aneinandergebauten Fachwerkhäusern ausgebrochen war, mußten die Löschzüge aus Ebingen und Tailfingen mit ihren Motorspritzen zur Hilfeleistung gerufen werden. Den vereinten Bemühungen gelang es, ein weiteres katastrophales Umsichgreifen des Feuers zu verhüten. Da das Feuer noch lange schwelte, mußten die Wehrmänner insgesamt 390 Stunden Wache halten.

Ihre stärkste Besetzung hatte die Wehr 1934 mit 86 Mann. Jetzt konnte im September die Feuerschutzwoche festlich begangen werden. Sie wurde mit einem Fackelzug durch den Ort eingeleitet. Am Sonntagmorgen wurde der Haupttag mit einem Propagandamarsch mit blumengeschmückten geräten unter den Klängen der Musikkapelle begonnen. Nach dem gemeinsamen Kirchgang zeigte die Wehr bei der Hauptübung am Neuen Schulhaus ihr Können. Mit Steigleiter und Rettungssack wurde die Rettung zahlreicher Schulkinder vorgeführt. Erstmals an diesem Tage wurde auch die neugegründete Sanitätsabteilung alarmiert und zur Hilfeleistung eingesetzt.

1935 war großer Feuerwehrtag in Ebingen. Hierbei war die Freiwillige Feuerwehr Bitz mit 60 Mann vertreten.

Das Paradestück war die neuerworbene Kleinmotorspritze von Magirus. 1936 hatte die Wehr noch 46 Mann. Dank der fleißigen Ausbildung war Bitz in der Lage, den Kreisfeuerwehrtag 1938 auszurichten.

Zu Beginn des Jahres 1939 waren es noch 33 Feuerwehrmänner. Der Grund des Rückganges war Militärdienst.

Am 15. März 1939 war ein ganz besonderer Nachtalarm. Eine Lehrerin und drei Schulkinder wurden vermißt. Die Gruppe verirrte sich beim Skilauf in einem Schneesturm, fand aber Schutz in der Bierhütte auf dem Degerfeld. Dort konnten dann alle unversehrt gerettet werden.

Wieder war Krieg! Der 2. Weltkrieg 1939-1945 hielt auch unter den eingezogenen Wehrmännern reiche Ernte. Die kleine Schar machte weiterhin brav alle 14 Tage Dienst. Dazu kamen die zahllosen Alarme durch Fliegerangriffe. Hier wurde von jedem ein Höchstmaß von Einsatzbereitschaft gefordert. Der letze schwere Einsatz war in der Nacht vom 20. auf 21. April in Ebingen, das bei einem Fliegerangriff schwerste Verwüstungen und Brände erleiden mußte.

Mit dem Einrücken der französischen Besatzungsmacht am 24. April 1945 war der Krieg beendet, was auch für die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr ein vorläufiges Ende bedeutete.

Als 1946 die Freiwillige Feuerwehr neu gebildet werden sollte, meldeten sich nicht genügend Männer, so daß dem Gemeinderat nichts anderes übrigblieb, als eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen. Erst im Sommer 1949 gelang die Umwandlung in eine Freiwillige Feuerwehr.

Nach mehreren Einsätzen in den Fünfzigerjahren wurde die Motorisierung der Wehr mit dem Kauf eines LF 8 mit Tragkraftspritzenanhänger im Jahre 1958 verwirklicht.

Die Gemeinde lohnte und förderte damit Bereitschaft und Fleiß der Mannschaft erheblich. Jetzt waren schnelle Einsätze gewährleistet und zahlreiche Brände konnten bereits im Entstehen bekämpft und gelöscht werden, wodurch große Vermögenswerte vor der Vernichtung bewahrt wurden.

Die Alarmierung der Wehrmänner durch die Sirenen hat bei allen erforderlichen Einsätzen zu Störungen und Behinderungen durch Schaulustige geführt. Am  18. August 1965 wurde eine Weckerlinie mit 18 Meldern iin Betrieb genommen, die sich bewährt hat. Neben der Bekämpfung von Bränden wurde die Wehr auch bei Hochwassergefahren alarmiert. Solches ist aber glücklicherweise auf der Hochalb selten der Fall. Und doch mußte die Wehr helfend einspringen einmal 1968 im Abwasserklärwerk Veringendorf und 1969 nach mehreren Wolkenbrüchen die über unsere Markung niedergingen. Hier bewährten sich die Saug- und Druckpumpen ganz hervorragend.
Verschiedene Autobrände und das gewaltige Feuer auf dem Teerdach des Fabrikneubaues der Firma Carl Maier im November 1972 wechselten mit den immer wieder auftretenden Flächen- und Waldbränden. So wurden hinter dem "Kitzesberg" im April 1974 gleichzeitig vier Brandherde festgestellt.

Wieder bei der Firma Carl Maier gab es am 28. April 1975 einen Großeinsatz. Aus dem Erdgeschoß des neuen Textilwerkes schlugen riesige Flammen. Das gewaltige Feuer konnte mit eigenen Kräften noch rechtzeitig eingedämmt und gelöscht werden, so daß die eingetroffene vollmotorisierte Wehr aus Ebingen nicht mehr zum Einsatz kam.

Am Festwochenende vom 26.-29. August 1977 konnte das neue Feuerwehrhaus als Bestandteil des Ortszentrums seiner Bestimmung übergeben werden. Mit der Übergabe des neuen Löschfahrzeuges LF 16 ging für die Feuerwehr zudem ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und verlieh - in Verbindung mit der schrittweisen Umstellung auf Funkalarmierung- der Wehr in technischer Hinsicht den neuesten Stand.
Die anläßlich der Festfeierlichkeiten vorgestellte neue Feuerwehrfahne fand im Feuerwehrhaus einen würdigen Platz, wo sie sich noch heute befindet.

Im Oktober 1977 lud die Feuerwehr zu einer Brandschutzwoche rund ums Rathaus ein und konnte unter Gebrauch der neuerworbenen Gerätschaften ihre Einsatzfähigkeit demonstrieren. Dabei wurde den interessierten Zuschauern augenscheinlich, daß sich die Aufgabenstellung der Wehren im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat. Rettungsschere und Spreizer zur Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen und Atemschutzgeräte, beispielsweise bei Einsätzen in Chemie- oder Textilbetrieben zählen mittlerweile zur Standartausrüstung.

Am 17. Januar 1978 wurde die Feuerwehr zu einem Brandeinsatz bei der Firma Blaser (Geba Tex) gerufen. Das neue Löschfahrzeug LF 16 kam dabei erstmals im Ernstfall zum Einsatz beim Löschen eines in Brand geratenen Spannrahmens.

Eine besondere Ehrung wurde dem Ehrenkommandanten Alfons Schairer zuteil, der anläßlich des Feuerwehrfestes in Frommern im Mai 1978 das Feuerwehrehrenkreuz des Landes Baden-Würtemberg erhielt.

Eine gut organisierte Jugendarbeit ist auch für die Feuerwehr Garant dafür, den Dienst am Nächsten über den Tag hinaus zu sichern und zu gewährleisten. Mit der Gründung der Jugendfeuerwehr am 14. August 1978 sind die Weichen hierfür gestellt worden. Das neugeschaffene Amt des Jugendleiters hatte Walter Herre inne, zum Stellvertreter wurde Karl wilhelm Letsch bestellt. Bei dem am 27. und 28. August 1978 erstmals veranstalteten "Schnoga-Feschd" hat die Feuerwehr neben den übrigen Vereinen und Organisationen tatkräftig mitgewirkt.

Der nächste Einsatz war ernsterer Natur:

Das Erdbeben im Zollerngraben am 3. September 1978, von dem hauptsächlich Tailfingen betroffen war. Die Bitzer Wehr leistete an mehreren Tagen technische Hilfestellung.

Der Erwerb des goldenen Leistungsabzeichen des Landes Baden-Würtemberg verlangt von jedem Feuerwehrangehörigen ein hohes Maß an Fachwissen und Leistungsvermögen. Als erste Gruppe innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Bitz haben folgende Aktive am 14. Juli 1979 beim Feuerwehrfest in Laufen und Lautlingen die begehrte Auszeichnung erhalten:

Gerhard Schick (Gruppenführer), Armin Belser, Hans Dreher, Gerd Matthes, Gerhard Marquardt, Fred Rominger, Erich Schaudt, Hans Schick und Friedemann Stauß.

Ein Großeinsatz stand der Feuerwehr am 12. November 1980 bevor. Kurz nach Mitternacht wurde die Wehr über Weckerlinie und Funk zum Hof Hermannslust beordert, wo ein Ökonomiegebäude in Flammen stand. Aufgrund eines zu niedrigen Wasservorrates kamen auch die Wehren aus Ebingen, Tailfingen, Winterlingen, Meßstetten und Burladingen zum Einsatz, die mit ihren Tanklöschfahrzeugen Wasser aus Hydranten in Bitz herbeischafften. Bei eisiger Kälte waren etwa 100 Fuerwehrleute Vorort, so daß sich das Feuer am frühen Morgen unter Kontrolle befand.

Dieser Einsatz bei der Familie Schmid vom Hof Hermannslust war der größte in den vergangenen Jahren.

Freundschaftliche Bande hat die Feuerwehr mit den Kameraden aus Bitz in Oberbayern geknüpft. Diese haben unsere Gemeinde im Mai 1983 einen Besuch abgestattet. Anläßlich unsrerer Jahresausflüge 1984 und 1996 war unsere Wehr zu Gast in Oberbayern.

Fünf Jahre nach Gründung der Jugendfeuerwehr traf sich der Nachwuchs des Zollernalbkreises in Bitz zum 3. Kreisjugendfeuerwehrtag in der Zeit vom 15.-17. Juli 1983.

Eine seltene Auszeichnung erfuhr der damalige Kommandant Erhard Schaudt beim Kreisfeuerwehrtag 1984 in Meßstetten inform des Deutschen Feuerwehr- Ehrenkranzes in Silber. Dieselbe Ehrung wurde Walter Herre beim Kreisfeuerwehrtag 1988 in Salmendingen zuteil für seine Verdienste um die Jugendfeuerwehr.

Am 6. Dezember 1994 entstand bei der Firma Holzbau Lebherz im Rahmen von Schweißarbeiten im Heizungsbereich durch Funkenflug ein Brand, der sich schnell auf das gesamte untere Stockwerk ausbreitete. Überlandhilfe leisteten die Kameraden aus Ebingen und Tailfingen, ausgerüstet mit Drehleiter und Atemschutzwagen. Es enstand erheblicher Sachschaden an Gebäude und betrieblicher Einrichtung.

Anläßlich der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1996 vollzog sich ein Wechsel an der Führungsspitze in der Bitzer Wehr. Nach 32 aktiven Dienstjahren, davon 20 Jahre als Kommandant, legte Erhard Schaudt sein Amt in jüngere Hände. In Würdigung seines Engagements und seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen beschloß der Gemeinderat, ihn zum Ehrenkommandanten zu ernennen. Der Bundesfeuerwehrverband belohnte die Verdienste des scheidenden Kommandanten mit einer hohen Auszeichnung, dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.

Die Wahl zum Nachfolger als Kommandant fiel auf Walter Matthes, bisheriger Stellvertreter. Zum neuen stellvertretenden Kommandanten wurde Holger Sielski bestimmt.

Ein tragischer Verkehrsunfall rief die Feuerwehr am 6. April 1998 auf der L448 unweit der Abzweigung nach Winterlingen. Der Frontalzusammenstoß eines Geländewagens mit einem Pkw bot den Einsatzkräften ein grauenhaftes Bild. In beiden Fahrzeugen waren die Insassen eingeklemmt, so daß Spreizer und Schere eingesetzt werden mußten. Der Unfall forderte ein Todesopfer und mehrere Schwerverletzte.

 

"Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!"


 

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